FAQ

Wozu ein Weltgebetstag für ein Ende der Hungersnot?

Aktuell sind mehr Menschen von Hungersnöten bedroht als jemals zuvor in den letzten Jahrzehnten. Im Südsudan wurde bereits der Hungernotstand ausgerufen; Somalia, Nigeria und der Jemen stehen kurz davor. Allein in diesen vier Ländern sehen momentan über 20 Millionen Menschen dem Hungertod ins Auge und Millionen weitere leiden an Dürre und Lebensmittelknappheit. Innerhalb eines einzigen Jahresist die Anzahl derer, die auf Nahrungsmittelnothilfe angewiesen sind, um 35% auf 108 Millionen Menschen angestiegen. In dieser verzweifelten Lage leiden Kinder am meisten unter den langfristigen Folgen. Die Vereinten Nationen nennen dies die größte humanitäre Krise seit 1945, dem Ende des 2. Weltkriegs.

Angesichts ihres aktuellen Kurses ist es unwahrscheinlich, dass die Weltgemeinschaft angemessen auf diese Krise reagieren wird, woraus unvorstellbares Leid und Tod erfolgen, obwohl dies eigentlich hätte verhindert werden können.

 

Was ist die Ursache der Hungersnöte?

Hungernöte sind sehr viel mehr als ein bloßer Mangel an Nahrung. Sie sind das Ergebnis von bewaffneten Konflikten, Dürre, Armut und weltweiter Passivität und könnten in den meisten Fällen verhindert werden.

© Paul Jeffrey/ACT Alliance

Wer ruft zum Gebetstag auf?

Der Weltgebetstag für ein Ende der Hungersnot ist die kirchliche Reaktion auf die aktuelle Hungerkrise. Auf Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen, einem Zusammenschluss von 348 Mitgliedskirchen in mehr als 110 Ländern, die über 560 Millionen Christinnen und Christen repräsentieren und des Gesamtafrikanischen Kirchenrates, bringt der Weltgebetstag für ein Ende der Hungersnot eine große Bandbreite an kirchlichen Netzwerken und Traditionen, ökumenischen Partnern und christlichen Organisationen zusammen, um gemeinsam für ein Ende von Hunger und Hungersnöten zu beten. Eine vollständige Liste der Partner des Gebetstags finden Sie HIER.

Wofür sollen wir beten?

Nahrung ist mehr als ein Menschenrecht; sie ist eine Gabe Gottes, die niemandem vorenthalten werden darf. Hungerkrisen können verhindert werden, wenn wir gemeinsam nach Lösungen suchen, handeln und vorangehen. Wir sind der Ansicht, dass die Kirchen eine prophetische Rolle einnehmen müssen, um ihre Mitglieder, die Gesellschaft und die Regierungen zu mobilisieren und in dieser Krise ungekannten Ausmaßes etwas zu bewegen. Gemeinsam beten wir für Frieden und Gerechtigkeit, für ein Ende der Gewalt, die sich auf heutige und künftige Generationen auswirkt, für Kinder und Familien in Not und für diejenigen, die Opfer bringen, um diese Krise bewältigen zu können. Weitere Gebetsanliegen und Informationen finden hier.

© Paul Jeffrey/ACT Alliance

Warum ist der 21. Mai ein entscheidendes Datum?

Das Zeitfenster zur Verteilung von humanitären Hilfsleistungen wird immer kleiner. Im Jahr 2011 führten bewaffnete Konflikte zu extremer Lebensmittelknappheit in Somalia und mehr als 260 000 Menschen kamen ums Leben – die Hälfte von ihnen, bevor der Hungernotstand ausgerufen wurde; das volle Ausmaß der Tragödie war jahrelang nicht bekannt gewesen. Wir können dieses Mal nicht warten, bis der Hungernotstand offiziell ausgerufen wird, sondern wir müssen jetzt handeln - im Südsudan, in Somalia, in Nigeria und im Jemen. Der Weltgebetstag für ein Ende der Hungersnot findet am 21. Mai statt, was auch der letzte Sonntag vor dem G7-Gipfel am 26./27. Mai in Italien ist, wo sich Staats- und Regierungschefs treffen, um über den Zustand der Welt zu debattieren. Wir beten, dass sie zusammenkommen, um zu handeln.

Dürfen andere Glaubensrichtungen am Weltgebetstag für ein Ende der Hungersnot teilnehmen?Der Weltgebetstag für ein Ende der Hungersnot ist ein offener Aufruf an Gläubige und Interessierte. Dieser Aufruf beschränkt sich nicht auf bestimmte Traditionen, Religionen oder Denominationen. Wir hoffen, dass Führerinnen und Führer unterschiedlicher Religionen die Gläubigen ihrer Religionsgemeinschaften zusammenrufen, um am Weltgebetstag für ein Ende der Hungersnot teilzunehmen, mitzudenken, zu handeln und sich einzusetzen und so positiv auf das Leben von Millionen einzuwirken, die an Hunger leiden, vom Hungertod bedroht sind oder in Unsicherheit leben.

Wir rufen Leiterinnen und Leiter von Religionsgemeinschaften auf, die Gläubigen ihrer Religionsgemeinschaften zusammenzurufen und gezielt Botschaften zu vermitteln, die es Menschen erleichtern, diese wichtige Thematik aus dem Blickwinkel ihres eigenen Glaubens zu sehen. Die Gebete, Reflexionen und Lieder sowie das Beten für ein Ende der Hungersnot wird Einzelne und Gemeinschaften herausfordern zu handeln und Gottes Segen für ihr Handeln zu erbitten. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Gebetsmaterialien zu teilen, so dass sie an verschiedene religiöse Kontexte angepasst werden können. Dies bietet die Möglichkeit, interreligiöse Zusammenkünfte und Gebetstreffen im Rahmen des Weltgebetstags für ein Ende der Hungersnot zu veranstalten.

Wie kann meine Gemeinde am Weltgebetstag teilnehmen?

Ermutigen Sie Ihre Gemeinde, am 21. Mai mitzubeten. Hilfreiche Dokumente und Links dazu finden Sie HIER.